Willkommen auf der Homepage von Frank-Wolf Matthies

Biographisches

Aktualisierter Nachtrag zum KLG,

Matthies, Frank-Wolf * 4.10.1951, Deutschland - von Martin H. Wolffskate†

 

Geboren am 4. Oktober in Berlin (Sternzeichen vage; 1 Tag zuvor wurde Edmund Mach in Wien geboren, 5 Tage später kam Ernst Herbeck in Stockerau zur Welt, an ebendemselben Tag starb Edmund Mach in New York. Mein Gott, was für eine Zeit!); die Mutter: kaufmännische Angestellte; der Vater: Betriebswirt. Wächst zweisprachig auf. Nach der Scheidung der Eltern bei der Mutter. Beginnt eine Ausbildung zum Kunstschlosser, die aber wegen langer Krankheit bereits nach einem Jahr abgebrochen werden muss; von da an tätig in den unterschiedlichsten Berufen (zumeist nur für kurze Zeit): Kontenführer bei der Deutschen Handelsbank, Reparatur-Schuster, Dispatcher bei der Deutschen Reichsbahn, Fernsprechhelfer, Schwimmhallenmaschinist, Kellner, Taxifahrer, Leichenwäscher, Kameraassistent, Grabenzieher, Ausstellungsaufsicht.

1973 Verhaftung durch den Staatssicherheitsdienst der DDR (MfS). Ermittlungsverfahren wegen "Beleidigung und Herabwürdigung der Repräsentanten der Partei- und Staatsführung der DDR". Beschlagnahme fast aller Manuskripte. Das Verfahren wird auf Grund einer Fürsprache nach einem halben Jahr eingestellt. Drei Jahre Arbeit als Fernsprechhelfer bei der Deutschen Post. Bis in die 1970er Jahre auch regelmäßig im Backgroundchor von "Rudis Kapelle", dem Swing Orchesters seines Onkels mütterlicherseits. 1975-76 Wehrersatzdienst als Bausoldat. Danach diverse Arbeiten, u.a. Maschinist in einem Hallenbad, Galerie-Aufsicht, Eisverkäufer, Filmvorführer. Ab 1975 erste Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (NDL, Sinn und Form, Neue Literatur, L'76, L'80) und im Rundfunk der DDR.

1977 Heirat mit Petra Neumann, Lehrerin.

Ab 1977 freier Schriftsteller. Ein eigener Gedichtband beim Aufbau Verlag (DDR), sowie ebendort die Herausgabe der Übertragung (auf Anregung seines Freundes Mato Šołta und gemeinsam mit ihm ausgeführt) des sorbischen Gedichtbandes Zelene hubki ("Grüne Küsse") scheitern, desgleichen die Veröffentlichung mehrerer Nachdichtungsaufträge des Verlages Volk und Welt, am 1979 ausgesprochenen Veröffentlichungsverbot. Das Manuskript "Grüne Küsse" behält der Aufbau Verlag, trotz wiederholter Bitten & Mahnungen bezüglich der Rückgabe, noch über 1 Jahr lang, und veröffentlicht es schließlich 1980 unter  Weglassung jeden Hinweises auf die tatsächlichen Nachdichter und mit vollem Einverständnis des über das unverdiente Honorar hocherfreuten Jungdichters, sowie seines dito erfreuten arrivierten Mentors.

Der geplante eigene Gedichtband erscheint 1979 in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Titel "Morgen" bei Rowohlt. Ebenfalls im Rowohlt Verlag Hamburg erscheint 1980 der Prosaband "Unbewohnter Raum mit Möbeln". Daraufhin erneute Verhaftung und Ermittlungsverfahren wegen "nicht genehmigter Veröffentlichungen im Ausland", "Devisenvergehen" und "Beleidigung und Herabwürdigung von Repräsentanten der Partei- und Staatsführung der DDR". Wohnungsdurchsuchung und Beschlagnahme mehrerer umfangreicher Manuskripte, darunter Vorarbeiten zu dem Roman "Diarium des Fliegenden", einem Manuskript zu Machiavelli und Rabelais, sowie eines Großteils der Bibliothek. Durch den beherzten Einsatz der Ehefrau, welche, obwohl vom MfS massiv bedroht, sogleich mehrere westdeutsche Journalisten und Autoren aus dem Bekanntenkreis benachrichtigte und um Hilfe bat, Entlassung aus der Haft und Ausreiseangebot für die ganze Familie. Im Januar 1981 dann Umzug nach West-Berlin; dort mehrere Monate mit der Familie behüteter Gast im Haus des Schriftstellers und Graphikers Günter Grass; endgültige Einstellung des Verfahrens im Februar 1981 wegen "Abwesenheit". Beginn der Studien: soz. anthrop., psych., pharm. Verschiedene Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang u.a.: Pubertät mit 40 - über den Zusammenhang von Klimakterium und gesellschaftlichem Engagement anhand von Beispielen aus dem Alltag von weiblich dominierten Bürgerrechtsbewegungen (1995)

1999 Untersuchung von Arbeitslosigkeit gleich Sinnverlust gleich gesellschaftliche Katastrophe (Solange ich onaniere bin ich, 2001, Heidelberg). 2006 zwei Untersuchungen: Vom Einzelfall zur Volkskrankheit - Die psychopathische Persönlichkeit, sowie "Und jetzt machen wir Krach" - Mit 30 in die Frührente, der Staat als Versorger (beide in "Zeitgeist", Heidelberg) * (Möglicherweise lohnt sich für den Leser dieser Notizen die Lektüre der Essays von Götz Eisenberg "Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus", sowie "Zwischen Arbeitswut und Überfremdungsangst: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus 2"). * Anthropologe. * 2007 bis 2011 Arbeit in derAltenfürsorge.

 

Lebt bis 1994 in West-Berlin. Im Frühjahr Umzug mit der Familie ins Berliner Umland. Vater von vier Kindern. Mitglied keiner Partei, keiner Gesellschaft o.ä. Korruptionsgemeinschaften; ohne „weltanschauliche Gesinnungen“; ohne Groll = "Keiner von uns!" ("Bürgerrechtler" über FWM)

Wald2016

Preise:

1983/84 Villa-Massimo-Stipendium (Rom).

(Stand 11.Juli 2tausend9)

Belletristische Veröffentlichungen:

Bücher: Morgen. Gedichte und Prosa, Reinbek 1979, Unbewohnter Raum mit Möbeln. Zwei Erzählungen, Reinbek 1980, Für Patricia im Winter, Gedichte und 3 Manifeste, Reinbek 1981, Exil. Ein Briefwechsel, Köln 1983, Tagebuch Fortunes, Roman, Frankfurt/M. 1985, Die Sehn=Sucht, Reisetagebuch in Briefen, Amsterdam 1986, Stadt. Gedichte und Prosa, Hofheim 1986, Franz Lövenhertz, Märchen, Berlin 1987, Gelächter, Prosa, Hofheim 1987, Inventar der Irrtümer, Prosa, Berlin 1988, Die Labyrinthe des Glücks oder Der Endzweck der Welt ist ein Buch, Prosa, Hamburg 1990, Poet’s Corner 10. Gedichte, Berlin 1992, Du bist der Ort vor dem Ende der Welt, Gedicht, Berlin 1992,  Adressen aus den Heften für Patricia, Gedichte, Berlin 1993, Omerus Volkmund. Fünf Erzählungen, Berlin 1994, Aeneis. Roman, Berlin 1996, Manifeste des DaDaeRismus. Sechs Manifeste, Berlin 1998, Ein Lügner muß ein gutes Gedächtnis haben, Erzählung, Berlin 1998, Solange ich onaniere bin ich, Protokoll einer soziologischen Untersuchung, 2001, Heidelberg, Auf der Suche nach dem verlogenen Blei oder 1 Junkie an König Ubus Hof, Band 1, 12 von 36 UBU-Romanen, Berlin 2001, Von der Erotik des Zeiten vernichten, Gedichte & Collagen, Berlin 2002, Geisterbahn 1,  Assoziationsroman,  Juli 2004, Geisterbahn 2, Assoziationsroman, August 2004, (Folksausgabe, Berlin September 2004), Geisterbahn 3, Assoziationsroman, Dezember 2004, Geisterbahn 4, 2004, Geisterbahn 5, 2005, Geisterbahn 6, 2005, Geisterbahn 7, 2005, Geisterbahn 8, 2005, Geisterbahn 9, 2005, Geisterbahn 10,2006, Geisterbahn 11, 2006, Geisterbahn 12, 2006 Geisterbahn 13, 2007 (Wird seit Heft 14 ausschließlich als Abonnementsauflage fortgesetzt. Layout- & Formatänderung ab Geisterbahn 14. Geplant 49 Ausgaben.) Der Ubuist in der Geisterbahn 14, 2007, Der Ubuist in der Geisterbahn 15, 2008, Der Ubuist in der Geisterbahn 16, 2008, Der Ubuist in der Geisterbahn 17,  2008, Der Ubuist in der Geisterbahn 18,  2009, Der Ubuist in der Geisterbahn 19,  2009, Das Wörterbuch in der Geisterbahn 20, 2010, Das Wörterbuch in der Geisterbahn 21, 2010, Das Wörterbuch in der Geisterbahn 22, 2010, Das Wörterbuch in der Geisterbahn 23, 2010. Das Wörterbuch in der Geisterbahn 24 bis 30, 2011. Munter wie ein Fisch im Mainstream - Geisterbahn 31 / erweitert als Buch (Verlag Ubu-Archiv), 2012. Die meisten Bücher, sowie sämtliche Ausgaben der Geisterbahn im Deutschen Literaturarchiv Marbach vorhanden.

Nachdichtungen:

Französische Lyrik der Gegenwart, Berlin 1980; Peter Hille, Brennende Einsamkeit, ins Norwegische, Oslo 1984, Ossip Mandelstam „Unterwegs auf Glas“, Hamburg 1987. IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley & Andere Gedichte", Berlin 2014, IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley II", Berlin 2014, IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley III", Berlin 2015 IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley IV", Berlin 2016, IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley V", Berlin 2017, IVAN BLATNÝ "Hilfsschule Bixley VI - X" (5 Bücher), Berlin 2019 (und somit abgeschlossen). (Stand 2019) Alle Übertragungen der Gedichte von Ivan Blatný im Deutschen Literaturarchiv Marbach vorhanden.

Unveröffentlichte Manuskripte (Auswahl):

Wên Rah — Wohin ist er gegangen? Roman   *   Aus den Dichtungen Achs Neue Gedichte * Kristof W. Mantelhaft Versuch einer Monographie  *  Zwischen Selbstmordästhetik und Fitnessmanagement -  eine Gebrauchanleitung für praktizierende Sadomasochisten. * Kein Abel, aber ein Kain -120 Bürgerrechte für linke Bürger * Postkarten (Roman) * Der asoziale Staat, die paranoide Gesellschaft, der soziopathische Einzelne (Essay) * Wer Sklaven braucht, sollte keine Herren züchten (Essay) * Leben auf Kredit oder Mein Leben gehört der Bank (Essay) * Einzig eine Gesellschaft, welche die Gefahr erkennt, erkennt auch die Dichter (Essay) * Die Erfindung der Glückshormone - von der Umzüchtung des Arbeitnehmers zum Kreditsklaven (Essay) * WALDGÄNGE II (Gedichte) * Jan Zahradníček "LA SALETTA" (Nachdichtung) * "333 Schwarz- & Weißheiten aus dem Tagebuch Fortunes" * Die Schleimspur am Ufer des Mainstream * (Stand 2019)

Pseudonyme:

Fortune; Hans F. F. Weimar-Klott; Martin H. Wolfskate; Alphons Spionsky; FWM; Der verlorene Blei; Cornelia Holzbein; Christie Himmelfahrt; Simone Lüdecke; Walter Thomas Kniff; Monika Westhaft; Thairmas von Kelpht; Frank-Wolf Matthies; Mato Skola-Bixley, und andere.

Weiteres unter "Echos".

Alles Wahre scheint erlogen. Fortune


 www.frankwolfmatthies.de