... Dezember ... Januar ... Februar ...
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Selbst wenn es schmerzt
Es soll gesagt sein, Worte irren,
Menschen, viele, wenn nicht gar
Die meisten, verenden.
Pflanzen und Tiere sterben.
Weder wurden die Menschen
Von der Schöpfung gezähmt,
Noch haben die Wenigsten ihre Irrtümer
Bereut. Kaum jemals
Hat sie die Unschuld entsühnt.
Die Freunde der Tiere,
Die Dichter hingegen
Sterben still, gehalten
Von den starken Flügeln
Der Engel der Hunde.
Schwer lastet
Die Gewissheit auf mir
Kein guter Freund
Gewesen zu sein
Meinem Freund Hund
Christine Busta gedenkend
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HIER WOHNEN WIR
Sagen die Obdachlosen
Und legen sich zur Nacht
Unter die Stadtbahnbrücke
Bald sind wir daheim
Sagen die Nachtschwärmer
In den hellen Stadtbahnzügen
Die die Brücke überqueren
Man lebt hier relativ ruhig
Sagen die Mieter
In den Wohnhäusern rechts
Und links am Bahndamm
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WO SIND DIE SCHLICHTEN NÄCHTE GEBLIEBEN
Wer hat die heiteren Träume vertrieben
Wer hat das arglose Lachen gestohlen
Wann wird wer kommen uns abzuholen
Wohin ist all das Leichte gekommen
Wer hat das Hoffen auf morgen genommen
Wer macht, dass wir frieren und leiden
Wer lässt uns das Falsche nicht meiden
Wo sind die angstlosen Nächte geblieben
Wer hat den Jungen die Träume vertrieben
Wer hat dem Glück das Erwachen gestohlen
Wer hat uns, wer hat uns, verzweifeln empfohlen
Die Welt scheint so grau, ein Grauen das beißt
Die Reden so kalt, die Herzen vereist
Der Tod lässt sich Zeit, bevor er uns holt
Dann kommt er auf Hufen, mit Eisen besohlt
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Du weißt zu wenig
Du weißt nicht viel
Wenn du weißt wie man wohin kommt
Nicht aber, wie du wieder loskommst
Du weißt nicht viel
Wenn du nicht weißt wie man warm wird
Wenn das Herz friert und die Worte vereisen
Du kommst nie zu mir
Wenn du glaubst, dass es dafür ein Auto braucht,
Und einen Lift bis an die Wolken
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