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Fado Nr. IX

Ich muss mir neuen Verstand besorgen.
Ich hab schon vor langem den alten verloren.
- Ja mach nur, und verschieb es nicht wieder auf morgen.

Ich muss mir noch heute Verstand besorgen.

Das bisschen Verstand, dass mir irgendwer schenkte,
Das bisschen Verstand, das mich immer ablenkte,
Das bisschen Verstand, mit dem ich mich bis heute durchschlug,

Ach, dieses bisschen Verstand ist ein einziger Betrug …

Ich brauche dringend endlich richtigen Verstand,
So richtig mit Fuß, so richtig mit Hand …
Denn irgendwann komm‘ ich erneut durch die Tür,

Denn irgendwann bin ich dann wieder hier …

Dann heißt es, was hat denn der hier verloren?
Der hat doch wohl den Verstand verloren!
Also, sagst Du, verschieb’s nicht auf morgen!

O Mann, ich habe den Verstand verloren.

Selbst der, den man mitgab, den man nur verlieh,
Nützte mir wenig … eigentlich nie,
Leute die ich leiden sollte, konnt‘ ich nicht leiden,

Und die ich meiden sollte, wollt‘ ich nicht meiden …

Verdammter Mist, in meinem Kopf gähnt ein Loch,
Zu tief, denke ich, zu spät … sag doch
Verstand muss her, ist besser so.

Es wird immer schlimmer, kein Tag macht mich froh.

Der geliehene ist fad, doch ohne ist’s mies,
So ganz ohne Verstand, da nennt man dich fies,
Das lässt dich in Gesellschaft schwitzen

Und Menschen mögen, die dir überhaupt nicht nützen …

Du brauchst Connection, du brauchst Beziehung …
Als man mir das sagte, da war ich noch jung,
Heut heißt es: In welcher Partei? In welchem Verein?

Nirgends dabei? Na, dann lass es gleich sein!

Also, Verstand muss her, praktisch und zeitgerecht.
Verstand muss her und dann ins Alltagsgefecht.
Denn ohne Verstand lässt die Welt sich nicht zwingen,

Ohne Verstand versteht man nichts von den Dingen,

Hat man weder den Tod, noch das Leben im Griff,
Hält man Charon für irgendso‘n Alten mit Schiff …
Ohne Grips, ohne Pfiff …

Denkt nur uff, denkt nur müff …

Genug, ich muss los, Verstand besorgen.
Halt mir den Platz frei … bis morgen …
Ich schau mich um, Verstand besorgen …

Bis morgen, bis morgen, bis morgen …

Besorgen, besorgen, besorgen …

 

Violla Verde

Unser Leben riecht nach Sterben.
Selbst die tapf‘ren Ritter dösen.
Niemand naht, uns zu erlösen -
Wer wird einst die Krone erben?

Einst, da grüßten sich die Leute.
Einst, da freute sich ein jeder.
Und im Burghof wuchs die Zeder -
Ihren Duft weiß ich noch heute.

Doch dann kam, uns zu verwünschen,
Prosper, um das Land zu tünchen
Mit Verheißung überall.

Jedem lag er in den Ohren,
Wer drauf reinfiel war verloren -
So begann dann der Verfall …

 

 

 

 

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