Willkommen auf der Homepage von Frank-Wolf Matthies

 

 

Violla Verde Ode

Wie die Blumen heißt du
Wie die Gräser heißt du
Wie das Licht in den Küchenfenstern an den sonnigen Nachmittagen
Heißt du
Wie alles Grün zwischen Wienerberg Straße und Porto
Alles Violett zwischen Nachmittag und Vormittag
Wie die Sehnsucht …
Wie alle Poesie!
Grün, wie die Hoffnungen, die wir schon hatten … noch haben
Und – so Gott will! - haben werden,
Bis zum Schluss. Verde! … Verde! … Verde …

Como as minhas mãos magritas …

Grün, wie die Stiege im Stiegenhaus des Elysiums. Grün. Grün.
Zweifellos verzweifelt zweifelnd!
Gewiss irrend in der Irre des Irrsinns … im Irrsinn verirrend …
„Kehr um! Auch wir suchten, auch wir irrten …“

Wie aber sollte ein Dichter umkehren …
Es sei denn, er hat seine Seele irgendwo verloren …
Kehrt um, sie zu suchen, zu suchen, zu suchen …
Ein Dichter kann nicht umkehren,
Ohne seine Seele auf immer zu verlieren.
Der Mensch geht den Weg,
Der ihm als der seine gezeigt wurde …
Möglicherweise geradewegs in die Verzweiflung.
Verzweifelt wie die Götter …
Wie die Götter an den Menschen verzweifeln,
Wie die Götter an den Göttern verzweifeln …
Wie die Menschen an den Göttern verzweifeln …
Wie die Menschen an den Göttern zweifeln … bezweifeln …
Bis die Menschen an den Menschen verzweifeln …
Verzweiflung, Verzweiflung, Verzweiflung …
Zweifel, so ziemlich von Anbeginn an.

Violla … Violla … Violla!
Wer nicht fühlen kann, der muss fühlen …
Wer hören kann, der sollte zuhören können …
Wer als Mensch in diese Welt kam,
Der sollte auch Mensch in dieser Welt bleiben,
Der sollte sie auch als Mensch wieder verlassen können …
Dorthin aufbrechen, wo einen die Götter vielleicht erwarten …
Vielleicht. So man nicht der Versuchung erlag,
Zum Verräter zu werden … zum Verräter an den Menschen
Und an den Göttern.

Violla. Verde. Blume. Veilchen. Ewiges Grün. Grün. Grün. Grün.
Grün wie der Wiener Berg am Vormittag im April …
Violett wie die Heide, die Heide, die Heide …
Die Heide auf der anderen Seite des Tejo …
Die Heide jenseits des Horizonts im August …

Blau! Blau, wie der Himmel in den Fenstern von Meidling,
Blau, wie der Himmel in den Fenstern in Belém … in Porto …
Blau, wie der Himmel im Stiegenhaus Moosbruggergasse 2,
Fenster für Fenster, Absatz für Absatz …
Blau, wie der letzte Blick … wie der Donaukanal … wie der Atlantik …
Zwischen 25. April und Karneval …
Blau, wie die grünen Augen des Dichters,
Wenn er dir nah zu sein versucht … versucht … versucht … versuchte …

Blau, wie du geliebt wirst, Blau.
Violett, wie du verehrt wirst, Violett …
Grün!! Wie alles was grün ist, grün war, grün sein wird …
Grün, wohin der Blick auch geht, wohin der Blick auch fällt,
Wo immer der Blick auch zur Ruhe kommt … Grün.
Grün wie der Dschungel in dem sich die Poesie vor dem Leben verbirgt …
Grün!!

Manchmal ist das Leben ein Wohnhaus mit 4 Etagen.
Und manchmal ist das Leben ein Supermarkt zwischen 8:30 bis 20:30
In dem keine einzige Kasse besetzt ist.
Manchmal ist das Leben der Inhalt des Gasometers,
Der einst dort stand, wo nun der Zuweg liegt, zu dem Supermarkt …
Und der nun verschwunden ist, selbst aus den Erinnerungen
Der Leute, die sich doch fragen sollten … die sich doch wundern müssten …
Manchmal scheint das Leben aus  nichts zu bestehen, als aus Antworten,
Nach denen einzig die Dichter fragen.

Samstagnachmittag … drei Kunden bummeln träumend zwischen den Regalen …

Am Sonntag hat das Leben Schließtag.

Gelb bist du, wie der Weizen hinter den Vororten,
Weizengelb umfängt der schmale Ring den fragilen Finger
Deiner Hand …
Brünett bist du, wie das Schweigen …
Blass ist deine Hand, schmal … schmal … schmal …
Elfenbeinglänzend … wie Fingernägel und die Stoßzähne
Glücklicher Elefanten …
Schön, wie die Einsamkeit,
Die das Los ist der Dichter …
Und endlos wie die Liebe … die Liebe … die Liebe! …

Die Worte der Dichter drehen sich und drehen sich und drehen sich …
Die Worte der Dichter sind quirlig wie Elfen
Und köstlich wie der bemooste Felsen, an den Mose schlägt,
Wieder und wieder und wieder …
Träge wie Flusspferde im Donaukanal …
Ewig wie das Vergessen.
Ewig wie die Verblendung.
Ewig, ewig, ewig.

Die einzige Gewissheit der Poesie ist die Poesie.
Ewig wahr ist, dass alles wahr ist.
Wer Schuld sucht, der findet Schuld.
Wer Erklärungen sucht, der findet Erklärungen.
Wer vieles sucht, wird möglicherweise mehr finden, als ihm lieb ist …

Der Zeitgeist empfängt Erklärungen wie der Parvenü
Abordnungen anderer Parvenüs
Damit diese ihm derart die eingebildete Bedeutung bestätigen.
Dann werden die Erklärungen weiterziehen,
Aus der Mode gekommene Abordnungen,
Um neuen Erklärungen Platz zu machen …
Und die Untertanen werden von anderen Untertanen abgelöst werden welche von anderen Untertanen abgelöst werden…
Abgelöst, abgelöst, abgelöst …

Untertanen, Untertanen, Untertanen …
Langeweile, Langeweile, Langeweile …

Bis in alle Ewigkeit. Amen.

Narren haben immer ein volles Haus, sagt man,
Während der Dichter sich sein Brot
Einsam zu einem köstlichen Festmahl
Mit der Gegenwart des Engels teilt …
Mit der Erinnerung teilt …
Mit der Sehnsucht teilt …
Nur wer allein ist, ist in bester Gesellschaft,
Heißt es …

Dichtung bedarf keiner Erklärung.
Was erklärt werden muss taugt nichts.

Am Bordstein Wienerberg Straße verharrt die Poesie,
Sieht nach links, sieht nach rechts,
Und überquert die Fahrbahn,
Um den Sonnenuntergang auf der anderen Straßenseite zu bewundern,
Das Abendrot am Ufer des Atlantiks …

… um am Ufer des Tejo die schweigenden Schiffe
Mit dem Satz „Wie lange bleibst du, großes Schiff“ zu begrüßen …

Konditorei Oberlaa in Döbling an einem der vielen Nachmittage im April …
Immer wieder April … April, April … April …
Wo immer du auch bist, der April ist schon da … war schon da … April!!
Violla April. Wie? O lala! April … Ferne Violla Ferne … April, April!

Und später im Zwielicht des Abends warten
Auf die Straßenbahn 38 …
Die Tram …
Die Bim …
Den Mund voller unausgesprochener Gedanken … Worte wie Krümel hastig ausgesprochener Sätze … Sätze … Sätze …
Mehr ungewünschte Wünsche auf den Lippen als ein Tortenboden tragen kann …
Wünsche … Wünsche, die womöglich wahr werden, sobald sie gewünscht werden
Würden?

Die Abendsonne durchquert das  Bairro Alto mit der Gemächlichkeit  alter Bekannter
Richtung Meer … mit Sieben-mal-sieben-Meilen-Schritten einmal rundum
Mit leeren Taschen, denn die Geheimnisse heißt es, gehören der Nacht.
Die Geheimnisse, sagst du, flüstert die Nacht in die Träume der Verliebten …

Die Geheimnisse, sagst du, vergisst die Nacht in den Träumen der Verzweifelten…

All die Geheimnisse, Geheimnisse, Geheimnisse …
Einzig das Meer kennt alle Geheimnisse. Doch das Meer wird eher sterben,
Als sie zu verraten.
Das Meer ist ein Freund, dem man vertrauen kann …

Der Traum vor meinem Fenster ist die einzige Landschaft
In die ich schaue, wieder und wieder,
Ohne die Hoffnung zu verlieren
Jemals den Horizont zu erreichen …
Unnennbare Wünsche … Unbegreifliches Meer …
Wasser, eine Kugel umschließend ohne zu tropfen …
Seltsame Kugel, seltsames Meer … Meer … Meer …
Wo immer ich auch hinkomme, Meer,
Du bist bereits da.
Alle Flüsse eilen, sich in dir zu verbergen.
Aller Sand scheint nur nach einem zu streben: es dir gleich zu tun.
Die Kamele ziehen wie Schiffe dahin,
Beduinen wild und ungebunden wie Piraten …
Glücklich die Städte, die deine Ufer beleben,
Um dort auf deine Winde zu warten,
Ebbe und Flut zu erwarten,
Deinen Mittag und deinen Vormittag,
Deinen Sonnenaufgang und deinen Sonnenuntergang,
Deine Lieder, die die Bewohner in den Orten seit Urzeiten singen …
Deine Lieder, die die Seefahrer singen …
All die Lieder … die das Warten einst erträglich machten,
Das Warten auf die Götter, die irgendwann über das Meer kommen werden
Um den Wartenden zu verkünden, wie es weitergehen wird …
Weitergehen, weitergehen, weitergehen …
Immer weiter …

Abend für Abend durchquert der Fado Vaidade mit immer derselben Saudade das Tor im Grenzzaun der Nacht … der Nacht … der Nacht …
April. April …

 

Violla Verde

Über den Schnee

Über mich… O Dolch der Verachtung, der tief in mich dringt!
Eisig und bleich! … Dabei jubelt der Mai!
Schwer wiegt dein Hohn, schneeschwer, wie Blei,
Schnee den das Eismeer ins Frühlingsherz bringt!

O, mach mir den Hof, lass die Frühlingsluft flimmern,
Flicht mir eine blühende Krone,
Dass ich dir die Zukunft verkünde zum Lohne …
Aus meinen Träumen, die funkeln und schimmern!

Dass dir meine Küsse so gar nichts bedeuten …
Nicht mehr als die Federn gestorbener Schwalben …
Blätter im Herbst, die nur Narren erbeuten …

O, mein Geliebter, ich singe, und du tust mir weh!! …
Dabei duftet der Mai wie exotische Salben …
O herrliche Sonne, schmilz rasch allen Schnee!!

 

 

 

 

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