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Reichenberg

Der Feldweg staubt zum Himmel
Staubig dösen selbst die Rosen
Längst vertrocknet ist der Schimmel
In den rostzerfressenen Dosen

Im Dorf schreien die Hähne
Wie erhängt baumeln die Blätter
Regen! Schenkt Regen Ihr Götter!!
Regen! Wie ich dich ersehne!!

Die Stunden staubig in Ocker
Schafe stehen im Schatten
Strauße schamlos und locker
Bevor auch sie dann ermatten

Selbst das Gelb der Sonne
Selbst das schöne Himmelsblau
Selbst die Regentonne
Staubig grau in grau

Mehr Schritte als Bewohner
Zählt der Sandweg heute ab
Der Chauffeur als Wegrandschoner
Läuft das letzte Stück bergab

Der Lavendel lädt zum Bleiben
Lacht der Gärtner seinem Gast
Man muss nur zärtlich reiben
Schon lädt sein Duft zur Rast

Die Ermüdung zu vertreiben
Regt der Müde seine Hände
Alle Pflanzen aufzuschreiben
Für die heimatlichen Wände

Der Kirchturm zeigt auch ohne Zeiger
Was die Zeit geschlagen hat
Und am Horizont der Schweiger
Drückt sich seine Nase platt

Da heben sich die Blätter
Betäubend duften nun die Rosen
Der Garten ahnt Gewitterwetter
Mit Blitzen und mit Tosen

Jetzt seh ich selbst die Stürme fegen
Wilde dunkle Wolken
Schwer bepackt mit kühlem Regen
Für den Durstigen frisch gemolken

Tollkühn tobt das Himmelsheer
Finstre Götter regenschwer
Die mit Johlen ostwärts eilen
Lädt der Fander ein zum Weilen

Und dann rauscht die Himmelswäsche
Und dann füllen sich die Gräben
Staubige Wege werden Bäche
Und der Tag erwacht zum Leben

 

***

 

August

Der letzte Bahnhof ist verschwunden
Der letzte Zug klaglos und stolz
Zählt nicht die letzten Stunden
Zählt nicht die Zeit im Unterholz

Überwachsen seit Jahrzehnten
Türhoch ins Erdreich eingesunken
Als Züge noch die Landschaft zähmten
Da hab auch ich ihm oft gewunken

Kein Schaffner mehr, kein Reisegast
Nur Sand und Laub und Regen
Der letzte Bahnhof ist verpasst
So geb nun ich den letzten Segen

 

 

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