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Der Dezemberturm

Ich steh am Rand und staune.
Der Aufstieg war beschwerlich.
Die Stufen oft gefährlich.
Jetzt geht mein Blick rundum.
Nun fliegt mein Blick ins Weite.
Doch nirgends du soweit ich seh.
Nur Wald zu jeder Seite.
Die Luft riecht stark nach Schnee.


Der Weg war weit, doch was sind Jahre.
Er führte her, führt nicht zurück.
Hier steh kein Star doch ringsum Stare.
Du gingst mit mir, ein kurzes Stück.
Der Mensch verstummt, sein Wort treibt weiter.
Wird es dich eines Tages finden?
Doch hört man mich denn noch von hier?
Mein Blick will fort ins Ferne
So zwing ich ihn herab zu mir
Und frage stumm ins Windgesumm
Wie lange darf ich hier so stehen?


Am Himmel spitz die ersten Sterne.
Der Horizont in voller Breite.
Es  stürmt vom See, wie zu vertreiben.
Es naht die Nacht, lässt sie mich bleiben?
Ich seh kein weiteres Aufsteigen.
Wird sich mir nun mein Abgang zeigen?
Zur Treppe steil und schief gestiegen?
Wer Flügel hat wird besser fliegen.
Vielleicht turmauf noch Stufen zimmern?
Ich bin es selbst, der da leis lacht.


Kein Mond, kein Stern, kein fernes Flimmern
Ringsum steht dicht die nasse Nacht.
Den Wald durchpfeift des Sturmes Jäten.
Ein Sturm umkreiste auch den Garten
Kaum warst du eingetreten.
Werd ich noch einmal auf dich warten?
Den Turm umheult ein letztes Tosen.
Nun  schweigt das Wutgebell.
War dies das Schloss in Rosen …
Haust hier die Zeit im Maulwurfsfell …
Ist dies der Duft der Ewigkeit …

Der Turm steht fest. Es schneit.

 

 

 

 

 

 

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